Lieber Manfred, ich lese mit Freude Deine Briefe, ich empfinde sie als Briefe, und bestaune und bewundere Deine Beharrlichkeit, immer und immer das Hohelied anzustimmen. Das Hoheleid der Achtsamkeit, der Einkehr zu sich selbst und von da aus zur Welt? Ich merke, das ich unsicher bin, wie ich es benennen soll. Dieses immer wieder, nimmermüde Anfangen jedenfalls ist wahrscheinlich genau die Kunst, der Geist, den es braucht. Was eine Erkenntnis.
Heute aber schreibst Du etwas für mich - bei Dir - Neues. Die Energie, die einem begegnet, sei der Spiegel von einem selbst. Glaubt man also nicht an Wunder, werden sie einem nicht begegnen? Ist man eher skeptisch, wird sich die Skepsis bestätigen? Ist es das was Du meinst? Herzlich grüßt und dankt
danke für dein genaues Hinhören. Das freut mich sehr.
Zu deiner Frage: Nicht ganz. Auch der Gläubige hat mal einen Platten. Und auch die Zuversichtliche kann eine harte Diagnose treffen. Das Leben begegnet uns. So oder so.
Was mich an dem Morgen aber bewegt hat, ist etwas anderes: Was ich wahrnehmen kann, hat viel mit mir selbst zu tun. Mit meiner Offenheit, meiner Präsenz, meiner Empfangsbereitschaft. Derselbe warme Fleck am Boden bleibt oft unentdeckt, obwohl er da ist.
Der Spiegel zeigt also weniger, was da ist. Sondern mehr, wer ich gerade bin.
Lieber Manfred, ja unbedingt. Und ich freue mich über Deine vertraut feine, genaue Antwort. Spiegel der Brille, die ich trage. Spiegel des oft unbewusste Simultanübersetzers an meiner Seite. Da kann ich ihn sehen, erkennen und ihm winken. Und vielleicht je nach Sonnenfleck oder kalten Füßen, so weitermachen oder den anderen in den Dienst nehmen. Ja, das fühlt sich gut und stimmig an. Danke für die kleine Sonntagsgabe! Antje
P.S. Wenn der Schlafsaal im Felsentor nicht von Männern okkupiert gewesen wäre, wäre ich gern im April gekommen.
Jetzt weiß ich, woran ich hängen geblieben bin: „Weiß ich, wer ICH bin.“ Das hat so etwas Absolutes, Vollumfängliches und damit wenig Bewegliches- in meinen Augen.
Wer gerade von meiner Mannschaft am Steuer sitzt. Welche Brille ich gerade trage. Wer mir gerade die Lage übersetzt… - das kann ich jederzeit ändern, wenn ich es erkenne.
Stimmt, deshalb steht in Deiner Antwort auch das „gerade“!
Verzeih, ich ringe womöglich gerade mit meinem Übersetzer, nicht mit Deinem Text. 😊
in der aufwärmphase...mache mich bereit mit beiden beinen barfuß im sommer zu stehen und die sonne zu spiegeln...
🤗
Lieber Manfred, ich lese mit Freude Deine Briefe, ich empfinde sie als Briefe, und bestaune und bewundere Deine Beharrlichkeit, immer und immer das Hohelied anzustimmen. Das Hoheleid der Achtsamkeit, der Einkehr zu sich selbst und von da aus zur Welt? Ich merke, das ich unsicher bin, wie ich es benennen soll. Dieses immer wieder, nimmermüde Anfangen jedenfalls ist wahrscheinlich genau die Kunst, der Geist, den es braucht. Was eine Erkenntnis.
Heute aber schreibst Du etwas für mich - bei Dir - Neues. Die Energie, die einem begegnet, sei der Spiegel von einem selbst. Glaubt man also nicht an Wunder, werden sie einem nicht begegnen? Ist man eher skeptisch, wird sich die Skepsis bestätigen? Ist es das was Du meinst? Herzlich grüßt und dankt
Antje
Liebe Antje,
danke für dein genaues Hinhören. Das freut mich sehr.
Zu deiner Frage: Nicht ganz. Auch der Gläubige hat mal einen Platten. Und auch die Zuversichtliche kann eine harte Diagnose treffen. Das Leben begegnet uns. So oder so.
Was mich an dem Morgen aber bewegt hat, ist etwas anderes: Was ich wahrnehmen kann, hat viel mit mir selbst zu tun. Mit meiner Offenheit, meiner Präsenz, meiner Empfangsbereitschaft. Derselbe warme Fleck am Boden bleibt oft unentdeckt, obwohl er da ist.
Der Spiegel zeigt also weniger, was da ist. Sondern mehr, wer ich gerade bin.
Kannst du damit was anfangen?
Herzlich,
Manfred
Lieber Manfred, ja unbedingt. Und ich freue mich über Deine vertraut feine, genaue Antwort. Spiegel der Brille, die ich trage. Spiegel des oft unbewusste Simultanübersetzers an meiner Seite. Da kann ich ihn sehen, erkennen und ihm winken. Und vielleicht je nach Sonnenfleck oder kalten Füßen, so weitermachen oder den anderen in den Dienst nehmen. Ja, das fühlt sich gut und stimmig an. Danke für die kleine Sonntagsgabe! Antje
P.S. Wenn der Schlafsaal im Felsentor nicht von Männern okkupiert gewesen wäre, wäre ich gern im April gekommen.
Jetzt weiß ich, woran ich hängen geblieben bin: „Weiß ich, wer ICH bin.“ Das hat so etwas Absolutes, Vollumfängliches und damit wenig Bewegliches- in meinen Augen.
Wer gerade von meiner Mannschaft am Steuer sitzt. Welche Brille ich gerade trage. Wer mir gerade die Lage übersetzt… - das kann ich jederzeit ändern, wenn ich es erkenne.
Stimmt, deshalb steht in Deiner Antwort auch das „gerade“!
Verzeih, ich ringe womöglich gerade mit meinem Übersetzer, nicht mit Deinem Text. 😊
Liebe Antje,
ja, das „gerade" trägt fast alles. Ohne dieses Wörtchen würde der Satz kippen.
Und dein Bild – den Übersetzer sehen, ihm winken, vielleicht jemand anderen ans Steuer lassen: das ist schön gefasst. Da ist schon viel Bewegung drin.
Herzlich,
Manfred
P.S. Schade wegen des Schlafsaals. Vielleicht ein anderes Mal.