Warmer Boden unter nackten Füssen
Spiegel des Lebens
Heute früh.
Nach dem Sitzen.
Ich bin in der Küche. Barfuß. Um Frühstück zu machen.
Da fällt mir am Boden ein leuchtender, strahlender Fleck auf.
Es ist die Morgensonne, die gerade aufgeht und den Boden erhellt.
Ich kann nicht anders und trete mitten hinein in diese Stelle.
Und spüre augenblicklich die wohlige Wärme unter meinen Füßen.
Was für ein Geschenk! Die Sonne ist gekommen, um mir die Füße zu wärmen!
Manchmal ist es so eine sanfte, liebevolle Energie, mit der uns das Leben begegnet. Ein warmer Holzfußboden unter unseren nackten Füßen.
Ein Moment, der nichts will. Und doch alles gibt.
Wenn wir offen und empfänglich sind dafür.
Aber klar: manchmal begegnet uns das Leben auch ganz anders. Ein platter Reifen beim Fahrrad. Eine Nachricht, die den Tag verdirbt. Eine Diagnose, die das ganze Leben auf den Kopf stellt.
Beides - das Wärmende und das Verstörende - ist genau genommen nichts anderes als: Energie. Energie mit der uns das Leben begegnet.
Plötzlich wird mir - wieder einmal - klar: Diese Energie, die uns begegnet, ‘passiert’ uns nicht einfach. Sie ist auch ein Spiegel. Ein Spiegel, der zeigt, wie wir gerade in der Welt sind.
Er spiegelt unseren Bewusstseinszustand.
Und wie wir gerade in der Welt stehen.
Was für eine Energie kommt dir gerade entgegen?
Was spiegelt sie dir?
Wie könnte eine gute Antwort darauf aussehen?
Meine nächsten Termine
19. September 2026
”Zazenkai” in Zürich
bei der Unsui-Gruppe in der Gasometerstrasse.7.-11. Oktober 2026
”Anfängergeist-Sesshin” in Puregg
Alles Infos dazu findest du hier.24.-29. November 2026
”Zen-Praxistage” am Felsentor
Alle Infos dazu findest du hier.
Du bist herzlich willkommen.
Und wenn nicht: auch gut.




in der aufwärmphase...mache mich bereit mit beiden beinen barfuß im sommer zu stehen und die sonne zu spiegeln...
Lieber Manfred, ich lese mit Freude Deine Briefe, ich empfinde sie als Briefe, und bestaune und bewundere Deine Beharrlichkeit, immer und immer das Hohelied anzustimmen. Das Hoheleid der Achtsamkeit, der Einkehr zu sich selbst und von da aus zur Welt? Ich merke, das ich unsicher bin, wie ich es benennen soll. Dieses immer wieder, nimmermüde Anfangen jedenfalls ist wahrscheinlich genau die Kunst, der Geist, den es braucht. Was eine Erkenntnis.
Heute aber schreibst Du etwas für mich - bei Dir - Neues. Die Energie, die einem begegnet, sei der Spiegel von einem selbst. Glaubt man also nicht an Wunder, werden sie einem nicht begegnen? Ist man eher skeptisch, wird sich die Skepsis bestätigen? Ist es das was Du meinst? Herzlich grüßt und dankt
Antje