Bist du empfangsbereit?
Mein Versuch, Buschwindröschen zu sein
Heute früh: ein kleiner Morgenspaziergang.
Rauf auf den Pfänder, unseren Hausberg.
Es ist noch ziemlich kalt.
An manchen Stellen liegen noch ein paar Schneereste.
Nicht viel. Aber genug, um sich auf den Frühling zu freuen.
Und dann: geht die Sonne auf!
Kein spektakulärer Sonnenaufgang.
Sie blinzelt nur freundlich durch ein paar Bäume durch.
Aber schlagartig wird mir klar:
Ja! Das ist es, wonach wir uns alle sehnen,
Pflanzen, Tiere, Menschen:
Wir sehnen uns nach Licht und Wärme!
Und die Sonne gibt sie uns.
Einfach so.
Sie spendet uns Licht, Wärme, Energie.
Direkt und indirekt.
Direkt für die Pflanzen, die ihr Licht
ohne Umweg in Lebenskraft umwandeln.
Indirekt für uns, die wir von der
in diesen Pflanzen gespeicherten Lebenskraft
leben dürfen.
Und das Licht der Sonne
nährt nicht nur unseren Körper,
sondern auch unsere Seele.
Spürst du, wie ein kleiner Sonnenstrahl
nach dem kalten Winter
Hoffnung und Zuversicht in dir weckt?
Die Sonne schenkt uns ihr Licht.
Ihre Kraft. Ihre Wärme.
Einfach so.
Die Frage ist eigentlich nur:
Bist du empfangsbereit?
Ich schaue mich um,
und überall sehe ich sie:
die Vorhut des Frühlings!
Buschwindröschen, Leberblümchen,
Primeln, Himmelschlüssel, Milzkraut.
Die Magnolien!
Das sind die Pioniere.
Sie wagen sich als erste hervor.
Nach Monaten der Dunkelheit und Kälte
räkeln sie sich
dem Licht entgegen.
Was mich im Herzen tief berührt:
Man kann ihre Empfangsbereitschaft sehen und spüren.
Sie wollen sich von der Sonne berühren lassen.
Sie machen sich auf.
Sie öffnen sich.
Sie lassen es geschehen.
Kein Drängen. Kein Fordern. Kein Erzwingen.
Einfach nur da sein, wenn es soweit ist.
Ich versuche, Buschwindröschen zu sein.
Ich bleibe stehen. Öffne mich.
Mache mich empfangsbereit.
Für die Sonne, das Licht, die Wärme.
Ich öffne meine Sinne:
Sehen. Hören. Riechen. Schmecken. Fühlen.
Und ich bin aufmerksam dafür:
Was macht das mit mir?
Was ist das doch für ein anderer Zugang!
Nicht nehmen. Nicht ausbeuten. Nicht extrahieren.
Sondern:
mit der Natur leben. Mich einfügen.
Mit ihr mitfließen.
Empfänglich sein heißt,
mich öffnen.
Mich leer machen.
Raum schaffen für das,
was gerade kommen,
was mir gerade begegnen will.
Auf dem Rückweg wird mir etwas klar,
das so einfach ist,
dass man es fast übersieht:
Alles Leben reagiert auf die Sonne.
Indem es Licht und Wärme sucht,
verändert sich das Leben.
Ganz sanft.
Fast unmerklich.
Das Leben will mit dem Leben mitfließen.
(Alles andere kostet auf Dauer viel zu viel Kraft und Energie.)
Vielleicht ist das
die schlichteste Einladung des Frühlings:
Lerne, mit der Sonne zu leben.
Finde deine kleine Nische,
und feiere das Leben.
Und dafür brauchst du fast nichts:
Leise sein.
Gut hinhorchen.
Keinen Lärm machen.
Und dann:
Haltung einnehmen.
Und dich berühren lassen.
Spürst du es?
Spürst du dich?
Meine nächsten Termine
7.-12. April 2026
”Zen-Praxistage am Felsentor”
Alle Infos dazu findest du hier.19. September 2026
”Zazenkai” in Zürich
bei der Unsui-Gruppe in der Gasometerstrasse.7.-11. Oktober 2026
”Anfängergeist-Sesshin” in Puregg
Alles Infos dazu findest du hier.
Du bist herzlich willkommen.
Und wenn nicht: auch gut.




